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Photo by Reiner Weisflog

Stimmungsvoll arrangierte Folksongs die zum zurücklehnen, zuhören und genießen einladen, 25. Juli 2010 Mathias Pack (Nuembrecht)

Rezension bezieht sich auf: Out of Australia (Audio CD)
Diese neue, wunderschöne SACD des Duos Carl Cleves & Parissa Bouas aus dem Hause Stockfisch gleicht einer musikalischen Reise durch das ferne Australien. Stimmungsvoll arrangierte Folksongs die zum zurücklehnen, zuhören und genießen einladen.

Individuelle Einflüsse der beiden vielseitigen und weitgereisten Musikern kommen dieser Produktion ebenso zu Gute, wie der langjährige Erfahrungsschatz und Einfallsreichtum des Produzenten Günter Pauler.

Der schafft es hier einmal mehr aufs Vortrefflichste mittels der Musik einen imaginären Film vor dem geistigen Auge des Zuhörers ablaufen zu lassen und das ferne, geheimnisvolle und mystische dieses Kontinents grandios 'in Szene' zu setzen, bzw. klanglich zu thematisieren.

"Out of Australia" ist mit Sicherheit kein radiotaugliches 08/15-Werk, was man mal so eben zwischen 'Tür und Angel' konsumieren kann, aber ganz gewiss ein großartiges Juwel für Freunde und Liebhaber außergewöhnlich guter Folkmusik, jenseits des Mainstream und ganz tief Down Under.


ZEITUNGSVERLAG AACHEN GmbH
Samstag, 21. August 2010 • Nummer 194

Ä Folk/Pop
Carl Cleves, Parissa Bouas
„Out Of Australia“
Stockfisch/in-akustik

Die beiden sind schon weit herumgekommen.
Carl Cleves, aus Belgien stammender Gitarrist und Sänger, lebte und arbeitete etwa in Brasilien, Indien, Afrika und im Su¨d-Pazifik.
Sängerin Parissa Bouas ist die Tochter eines griechischen Seemanns und erbte dessen Liebe fu¨r lateinamerikanische Musik.

Auf diesem Album bietet das jetzt in Australien beheimatete Duo wunderschöne
luftige, akustisch-leichte Musik, im Folk fußend, mit hellem, warmem Gesang. Die
Themenpalette ist breit, befasst sich etwa auch mit Palästina und Minenarbeitern in Su¨dafrika.

Die Stimmungen schwanken zwischen tiefer Trauer und innerer Freude (in „Mother’s Song“, wo sich zwei Frauenstimmen waghalsig ineinander verschachteln). Das SACDFormat (durch eine doppelte Schicht auch auf einem CD-Player abspielbar) sorgt fu¨r glasklare Abbildung und Detailfreude. (ah)

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Redaktion
(montags bis freitags, 10 bis 18 Uhr)
Tel.: 0241/5101-354
Fax: 0241/5101-360
a.herkens@zeitungsverlag-aachen.de

Konzertreview

The Hottentots (Carl Cleves & Parissa Bouas)

Einem Konzertreview haftet leider stets die Tragik an, dass es nahezu unmoglich ist, die Faszination zu beschreiben, die einen wahrend und noch lange nach einem Konzert spirituell beseelt. Ich will dennoch den Versuch unternehmen, diesem grossartigen Live-Event gerecht zu werden.

Angeregt durch ein paar Videoschnipsel und Songfragmente, die durch Zufall den Weg zu mir fanden, habe ich dem Konzert der Hottentots dennoch mit eher gemischten Gefuhlen entgegengesehen. Was soll man von einer Band erwarten, die sich ăThe Hottentots" nennt? Australier, die sich nach einem sŸdafrikanischen Volksstamm benennen? FŸr einen Provinzler wie mich ist Polen und Portugal auch die gleich Kante! Egal, ich gehe erstmal hin.

Was sich dann auf der Buhne im Cottbuser Piccolo-Theater ereignete, stellte sich als musikalischer Glucksfall und Hšhepunkt des Jahres 2007 heraus. Sollte ich etwas Artverwandtes anfuhren, dann erinnert mich Carl Cleves am ehesten an Hermann van Veen. Seine kongeniale Partnerin Parissa Bouas ist stimmlich wie auch im Temperament einer Miriam Makeba sehr ahnlich. Soweit sind erstmal die musikalischen Koordinaten verortet. Die Blickrichtung der Songs zielt zumeist auf Folk und rhythmische Traditionals ab. Reste von gestern?

Nein, ganz und gar nicht. Denn Carl Cleves & Parissa Bouas sind musikalisch nicht stehen geblieben, sondern bieten ein Repertoire mit Uberraschungsmomenten en masse. Die ungeheuer modulationsfahige Stimme von Parissa, lassen die Arrangements in einem zusatzlichen Glanz erscheinen. Das uberwiegend aus der Feder von Carl Cleves stammende Songmaterial hat das Potential fur die Ewigkeit zu sein. Fur seinen Song, ăThe Bethlehem Bell Ringer" wurde er zuletzt mit dem australischen Music Award geehrt. Diese Wertschatzung wird nur wenigen zuteil und lasst die kunstlerische Potenz dieses Ausnahmemusikers erahnen.

Behutsam und leichfussig, trocken, aber stets hochenergetisch, zwischen zarter Poesie und World-Music, fordert dieses Duo unwiderstehliche, kitschfreie Melodien zu Tage, die unter die Haut gehen.

Nach einem Konzert von Carl Cleves & Parissa Bouas fuhlt man sich aufs angenehmste ăchloroformiert", jedoch bleiben keine Kopfschmerzen zuruck, sondern Sehnsuchte in Tone gegossen. Unnotig zu erwahnen, dass es sich gleichzeitig um zwei der sympathischsten Erscheinungen seit Adam und Eva handelt. Grosse Kunst, besondere Empfehlung!

Gerhard Wenzel, Redakteur Melodie & Rhythmus

Download Konzert Review here (MSWord.doc 36kb)

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THE HOTTENTOTS

"Turn Back The Tide"

Benannt nach einem sudafrikanischem Volksstamm spielt das Duo Parissa Bouas und Carl Cleves hier nun schon das 4. Album ein. Als Australier standig auf der BŸhne und immer zu Hochstleistungen verpflichtet, sind beide zuerst einmal und mindestens ausgewachsene Gitarristen und Sanger. Ihr Metier ist Folk und Weltmusik im globalen Umfang. Wen das gefahrlich blumig deucht, der sei beruhigt, die Hottentots spielen die meist selbst geschriebenen Songs ebenso "traditional" wie "now". Erfrischende stilistische Wechselschritte werden geboten, kein Erdenwinkel wird vergessen und in Tone geformt.

Ein Beispiel fur den Farbenreichtum ist The Lion Of Kandahar, wo der geborene Belgier Carl Cleves mit passendem Zungenschlag ein Irish Reel zu einer Geschichte aus dem ethnisch/religios geschuttelten Afghanistan erzahlt, in der es um Krieg, Religion und bigotte Politik(er) geht, seien es Russen, Prediger, Amerikaner oder amerikanische Prediger.

Aber, auch wenn die Texte des Parchens schon mal beissen konnen, Eiferer sind sie nicht und so gibt es auch genugend Einladungen zu romantischer Traumerei. Dafur steht ihre einzige Adaption, der sanfte Bossa Saudade (Morais/Cabral) oder der Titel Carmen, mit kleinen versteckten Hinweisen auf die klassische Vorlage. Am besten fangt man naturlich vorne an, es geht passend los mit Party At My House, eine frohliche, springlebendige Einladung, ein munterer Auftakt und eindrucksvolle Demonstration, auf welch souverane Darbietungen, inklusive der Unterstutzung diverser Gaste, man sich im weiteren freuen kann. (ICC)

Glitterhouse Records www.glitterhouse.com

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Rezension zum Konzert von Carl Cleves & Parissa Bouas am 10. Oktober im
PANORAMA-MUSEUM


Politische Statements ohne Zeigefinger und mit großer Vitalität
vorgetragen

Am Freitagabend (10. Oktober) gastierte das australische Duo Carl Cleves & Parissa Bouas – in ihrem Heimatland besser bekannt unter dem Namen HOTTENTOTS – während seiner diesjährigen Deutlandtournee im PANORAMA-MUSEUM. Schon der Name ist Programm, denn waren nicht die Hottentotten dieses rebellische südafrikanische Volk, welches von kaiserlich-deutschen Kolonialtruppen ausgelöscht wurde? Meine Großmutter äußerte noch angesichts chaotischer Unordnung: „Bei dir sieht es aus wie bei den Hottentotten…!“ und letztlich meinte auch das deutsche Plattenlabel der beiden Rücksicht auf die im Deutschen negative Bedeutung der Bezeichnung nehmen zu müssen und riet ihnen, in Deutschland besser unter ihren bürgerlichen Namen zu touren. Carl Cleves und Parissa Bouas haben eine Botschaft und wagen es, Stein des Anstoßes zu sein, mahnen ganz unaufdringlich Menschlichkeit ein (ohne oberlehrerhaftem Zeigefinger) oder rütteln mit poetischen Bildern am Gewissen ihrer Zuhörer. Und neben ihren ausgesprochen schönen Liedern sind es immer wieder die kleinen Geschichten am Rande, die von Parissa oft sehr pointiert vorgetragen wurden, wie: „Du lebst im Irak und Deine Familie hat Ärger mit Saddam. Ihr müsst fliehen, kommt durch viele verschiedene Länder und landet endlich in Indonesien. Um in das gelobte Land der Freiheit, nach Australien zu gelangen, bezahlt Deine Familie eine horrende Summe und dann sitzt Ihr auf dem überfüllten Boot auf dem Meer. Ihr habt Glück gehabt. Euer Boot ist nicht gesunken wie viele andere. Ihr gelangt dorthin, werdet aber gleich nach Eurer Ankunft in ein Gefangenenlager in der Wüste gesteckt. Du bist nur noch eine Nummer ohne Namen, hast zwar Wasser und Essen, bist aber abgeschnitten von der Welt für ein, zwei, drei … für sechs Jahre und Du bist ein Kind!“

Die beiden exzellenten Sänger und Instrumentalisten haben sich ihren menschlichen und ihren musikalischen Horizont durch ausgedehnte Reisen um die Welt wie auch durch mehrjährige Aufenthalte in verschiedenen Ländern der Welt angeeignet und ihre Songs erinnern mal an irische Folklore, weisen dann Elemente südamerikanischer, dann wieder afrikanischer Musik auf. Parissa, Tocher eines griechischen Seemanns und einer Australierin hatte beispielsweise 7 Jahre in Brasilien und Mittelamerika gelebt, während Carl mit seinen belgischen Wurzeln sich mehrere Jahre in Afrika, vor allem in Madagaskar aufhielt. Diese Erlebnisse wurden zu Liedern und hinterließen ihre musikalischen Spuren. Ihre Lieder waren letztlich kein uninspirierter Stilmischmasch, gemacht, um sich bei einem unkritischen, nach Urlaubsparadiesen sehnendem Publikum anzubiedern, sondern vielmehr Weltmusik, gespeist aus ganz individuellen Erfahrungen, also ihre Art Andenken an die Zeit mit den Menschen dort und den Schönheiten dieser
Länder.

In ihrem Konzert bildeten beide einen schönen Gegensatz. Parissa repräsentierte die quirlig-temperamentvolle Seite, während Carl der freundlich-lächelnde Ruhepunkt des Duos war und auf seiner Gitarre für virtuose Glanzpunkte sorgte. Parissa hingegen verblüffte immer wieder mit klangmalerischen Vokalisen, die dem Konzert bewusst heitere Momente verliehen. In Ihren Liedern geht es um ungewöhnliche Menschen, wie den 76jährigen japanischen Zenpoeten, dem sie in Tasmanien begegneten, während sie eine wilde dreiwöchige Konzertparty mit dortigen Musikern durchlebten, über ein Massaker an den Aborigenes, über einen weißen Völkerkundler und Aktivisten der südafrikanischen Antiapartheitbewegung
oder über den alten brasilianischen Zug, bei dem das Publikum dann die Dampfpfeife der alten Lok zu imitieren hatte. Diese beiden sympathischen Musiker öffneten den Konzertbesuchern an diesem Abend ganz weit das Tor zur Welt mit ihrer Vielfalt an Musik, Menschen und ihren Schicksalen und strahlten dabei ungewöhnliche Vitalität und Lebensfreude aus. Auch wenn es eher einer dieser leisen, intensiven Abende war, war die Begeisterung des Publikums am Ende unübersehbar. Ein anwesender Besucher, der selbst lange Jahre in Großbritannien gelebt hatte und somit auch die sprachlichen Feinheiten der Texte verstand, lobte vor allem deren ungewöhnliche poetische Qualitäten.

PANORAMA-MUSEUM
Fred Böhme
Am Schlachtberg 9
06567 Bad Frankenhausen
Tel.: 034671-6190
Fax: 034671-62050
e-mail: fred-boehme@t-online.de

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Konzert in der Musikschule Holzminden

Carl Cleves und Parissa Bouas in der Musikschule

Schon wieder ein Konzert in der Musikschule, wird sich der kulturinteressierte Leser bei der Ankündigung gedacht haben. Doch dieses Mal war alles anders. Beim Konzert von Carl Cleves und Parissa Bouas erschien die Kerschbaumsche Villa der Musikschule wie verzaubert. Das lag in erster Linie an dem australischen Musikerduo, doch auch an der veränderten Raumsituation. Wer hätte schon mit einer Bühne im Kammermusiksaal gerechnet? Gedämpftes Licht, herbstliche Dekoration, man ahnte, dass an diesem Abend etwas besonderes bevorstand. Kaum hatten Carl Cleves und Parissa Bouas die Bühne betreten und die ersten Töne gespielt, wusste man auch schon was. Die Entspanntheit, mit der die beiden in Australien mehrfach prämierten Musiker mit ihrem Publikum umgingen, übertrug sich sofort auf die neugierigen Zuhörer. Auf der Suche nach Klangfarben und musikalischem Ausdruck zur Unterstützung der aussagekräftigen Texte, entwickelten die Musiker eine selten zu hörende Leidenschaft. In leisen Tönen steckt hier die Kraft. Nicht in erster Linie das Publikum mitreißen, sondern mitnehmen auf eine Reise durch die verschiedenen Kontinente und Geschichten, die das Leben der Weltenmusiker prägt. In bester Singer-Songwriter Tradition bringen Carl Cleves und Parissa Bouas im Zuhörer Saiten zum schwingen, die bereinigend wirken und „wellness“ für die Seele sind. Glasklar intonierter Gesang, kultiviertes Gitarrenspiel und virtuose Perkussionseinlagen stehen dabei immer im Dienste einer musikalischen Aussage. Selten ist die Atmosphäre bei Konzerten so dicht und ausgleichend wie an diesem Abend.